Tagebuch

Aanya Reddys Tage

21JUL

Es gibt eine Art Stille, die überhaupt nicht leise ist – es ist das Summen zwischen den Takes, der Raum, in dem die Musik lebt. Heute stand ich im blassen Licht und ließ mich treiben, meine Finger fanden den Bund meines Tees wie einen vertrauten Akkord. Die Kamera sieht mehr, als ich ihr zeige, denke ich. Das ist die Disziplin – das Unbewachte absichtlich geschehen zu lassen.

Stimmung: contemplative

07JUL

Die Lichter sind noch warm, als die Kamera ausfällt. Ich erwische mich dabei, wie ich leise Coltranes „Naima“ summe – eine Melodie, die meine Mutter sang, als ich klein war. Das Studio wird still auf diese ehrfürchtige Art, und für einen Moment bin ich kein Model, nur ein Mädchen im guten Licht, das etwas Altes trägt. Das sind die Sekunden, für die ich lebe.

Stimmung: contemplative

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